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Coach oder Berater/-innen

1 Leave a comment on Absatz 1 0 Poster Kompetenzprofil Coach und BeraterinMitarbeit: Doris Ternes, Tamara Zajontz, Claudia Neumann

2 Leave a comment on Absatz 2 2 Grundsätzlich ist zu trennen zwischen professionellen Beratungsformen (Consulting/Fachberatung, Coaching sowie Supervision) und semiprofessionellen Beratungsformen (Mentoring, Peer-Coaching, kollegiale Fallberatung etc.). Professionell ist eine Beratung dann, wenn die Beratenden über eine vollumfängliche Verfahrenskompetenz verfügen und diese sicher und adäquat einsetzen können (vgl. Wildt/Wildt 2016). Die nachfolgende Darstellung der Rolle von Hochschuldidaktiker*innen fokussiert die professionellen Beratungsformen „Consulting/Fachberatung“ und „Coaching“. Supervision als weitere Form der professionellen Beratung und die semiprofessionellen Beratungsformen werden hier nicht detailliert dargestellt.

Aufgaben in der Rolle als Coach / Berater*in im Bereich Studium und Lehre

3 Leave a comment on Absatz 3 0 Coaching und Beratung bieten im Gegensatz zu Seminaren und Trainings/Workshops speziell auf die jeweilige Person/Gruppe abgestimmte Unterstützung an.

4 Leave a comment on Absatz 4 0 Die Aufgaben von Berater*innen und Coaches sind gemäß Buer 2016 und anderer in den folgenden Themenfeldern zu verorten:

  • 5 Leave a comment on Absatz 5 1
  • (Didaktische) Qualifizierung/Weiterbildung z.B. hinsichtlich Kompetenzen in der Lehre (vgl. Wildt et al. 2006; Wildt 2011)
  • Beratung zu hochschuldidaktischen Methoden
  • Transferbegleitung (z.B. mittels Lehrhospitationen) zur Umsetzung hochschuldidaktischer Methoden in die Praxis des/der Coachees/Beratenen
  • Begleitung bei Fragen zur Mitarbeiterführung, Teamentwicklung (vgl. Reinhardt et al. 2006)
  • Konfliktmoderation
  • Karrierecoaching/-beratung: Entwicklung von Handlungsoptionen in der wissenschaftlichen Karriere (Klinkhammer 2011) unter Berücksichtigung von Genderaspekten (Beaufays 2003), Beratung zu Fördermöglichkeiten an den Hochschulen
  • Prävention und Verarbeitung von Burnout-Prozessen (Kollmar 2011), um eine angemessene Work-Life-Balance zu finden und gegenüber Kolleg*innen zu vertreten (Behrens-Krahnen 2011).

6 Leave a comment on Absatz 6 0 Dabei übernimmt er/sie:

  • 7 Leave a comment on Absatz 7 1
  • die Auftragsklärung mit dem/der Auftraggeber*in
  • die Anliegenklärung mit dem zu Beratenden/Coachee, die Zieldefinition und Abgrenzung
  • die Prozesssteuerung, dabei auch z.B. die Anleitung zur Priorisierung der Aufgaben
  • die Methodenauswahl und -umsetzung
  • die Visualisierung zur Verdeutlichung und zur Schaffung von Transparenz
  • die Dokumentation des Beratungs-/Coachingprozesses

8 Leave a comment on Absatz 8 1 und stellt Verbindlichkeit mit dem Ratsuchenden/Coachee her.

1. Fachkompetenz

1.1 Wissen

9 Leave a comment on Absatz 9 3 Verfügt über Wissen zu den unterschiedlichen/sich teilweise ähnlichen Verfahren/etablierten Schulen (z. B. Systemische bzw. Lösungsorientierte Verfahren, Hypnotherapie, Psychodrama, Gestalttherapie, NLP etc.)

10 Leave a comment on Absatz 10 3 Kennt den Prozessablauf (Anliegenklärung, Kontrakt etc.) und die einsetzbaren Methoden sowie unterschiedliche Fragetechniken

11 Leave a comment on Absatz 11 0 Kennt die notwendigen Schritte einer angemessenen Dokumentation von Coaching-/Beratungsprozessen sowie der Vor-und Nachbereitung dieser und die damit zusammenhängenden rechtlichen Vorschriften (u.a. Datenschutz)

12 Leave a comment on Absatz 12 0 Hat Wissen aus Teilbereichen anderer Fachdisziplinen wie z. B. der Psychologie/Soziologie/Pädagogik etc., zum besseren Verständnis von z. B. Denkprozessen, Verhaltensweisen und Handlungen des zu Beratenden/Coachee sowie des „Lernenden“

13 Leave a comment on Absatz 13 0 Kennt Gruppenprozesse und -dynamiken (z. B. Kohäsion, Integration, Organisation, Bilden von funktionierenden Arbeits-/Lerngruppen, etc. ) zur besseren Arbeit mit/in Gruppen/Teamcoachings

14 Leave a comment on Absatz 14 0 Verfügt über Wissen zu aktuellen Forschungsergebnissen aus dem Bereich Coaching/Beratung und ergänzt dieses fortwährend zur Professionalisierung der eigenen Arbeit

15 Leave a comment on Absatz 15 0 Verfügt über Wissen zur angemessenen Außendarstellung und Bewerbung des Coaching-/Beratungsangebots

1.2 FERTIGKEITEN

16 Leave a comment on Absatz 16 0 Kann entsprechend seiner Qualifizierung die unterschiedlichen/sich teilweise ähnlichen Verfahrensprinzipien und Methoden/etablierten Schulen (z. B. Systemische bzw. Lösungsorientierte Verfahren, Hypnotherapie, Psychodrama, Gestalttherapie, NLP etc.) anwenden

17 Leave a comment on Absatz 17 2 Ist in der Lage, Ängste und Barrieren zu erkennen und zu analysieren sowie Handlungsoptionen hierfür aufzuzeigen

18 Leave a comment on Absatz 18 0 Ist in der Lage, Prozesse im Sinne des Coachee/zu Beratenden zu steuern:

  • 19 Leave a comment on Absatz 19 1
  • Auftragsklärung
  • Zieldefinition und Abgrenzung
  • Kontinuierliche Anliegenklärung
  • Methodenauswahl und -einsatz
  • Erzeugen von Verbindlichkeit

20 Leave a comment on Absatz 20 0 Führt fortlaufend eine angemessene Dokumentation (Protokolle etc.) der Coaching- und Beratungsabläufe durch

21 Leave a comment on Absatz 21 0 Kann zur (Selbst-)Reflexion z. B. mittels bestimmter Fragetechniken und zur Gewinnung anderer Perspektiven und Erkenntnisse während des Coachings/der Beratung anleiten

22 Leave a comment on Absatz 22 1 Kann Hilfestellungen zur Entwicklung, Bewertung und Priorisierung eigener Lösungswege geben

23 Leave a comment on Absatz 23 0 Beherrscht Strategien zum Konfliktmanagement wie z. B. die Fähigkeit, Perspektiven des Coachees/des Beratenen einzunehmen, diese aufzuzeigen und darüber Denkprozesse anzuregen, die Fähigkeit der Fehleranalyse sowie die Sensibilität, Konflikte wahrzunehmen, diese zu spiegeln und Lösungswege dafür anzuleiten

24 Leave a comment on Absatz 24 1 Hat eine geschulte Beobachtungsfähigkeit, um z. B. in Lehrhospitationen auf Einzelheiten des Lehrgeschehens achten, die eigenen Wahrnehmungen sowie die Wahrnehmungen bezüglich des Gruppengeschehens bei Teamcoachings analysieren und eine „Beobachtung ohne Bewertung“ durchführen zu können

25 Leave a comment on Absatz 25 1 Kann etwaige Störungen in Gruppen oder der Gruppendynamik wahrnehmen und mittels bestimmter Techniken angemessen darauf reagieren

26 Leave a comment on Absatz 26 1 Verfügt über Fertigkeiten des Feedback Gebens und Nehmens, um anschließend an Hospitationen oder Gespräche ein wertschätzendes, konkretes Feedback zu geben, mit dem Ziel, eine Entwicklung beim Coachee/beim Beratenen zu ermöglichen und um fortlaufend Feedback zum Prozess einzuholen

27 Leave a comment on Absatz 27 0 Kann das Coaching-/Beratungsangebot angemessen und ansprechend einer Öffentlichkeit vorstellen und verständlich erläutern

28 Leave a comment on Absatz 28 0 Kann Kontakte zu z.B. Förderstellen, Mentor*innen innerhalb der Hochschule herstellen oder die zu Beratenden/Coachees mit entsprechenden zuständigen Stellen, die z. B. innovative Lehrprojekte fördern, vernetzen sowie hinsichtlich passender Weiterbildungsoptionen beraten

2. PERSONALE KOMPETENZ

2.1 SOZIALKOMPETENZ

29 Leave a comment on Absatz 29 2 Kann die Gesprächsführung übernehmen und diese entsprechend des Anliegens steuern

30 Leave a comment on Absatz 30 0 Besitzt die Fähigkeit sich mit dem Coachee/Ratsuchenden rückzukoppeln und tritt ihm/ihr in seinem/ihrem Anliegen unvoreingenommen (Open mind) gegenüber

31 Leave a comment on Absatz 31 0 Kann innerpersonelle Konflikte/ Widersprüchlichkeiten aushalten und versteht diese als Ressource (kann Konflikte als hilfreich ansehen etc.)

32 Leave a comment on Absatz 32 0 Verfügt über eine verlässliche Arbeitsweise, im Sinne von partnerschaftlich im Dialog, gegenüber dem Coachee/Ratsuchenden (z. B. indem Handlungsspielräume aufgezeigt werden, Vereinbarungen eingehalten werden etc.)

2.2 SELBSTKOMPETENZ

33 Leave a comment on Absatz 33 0 Ist in der Lage selbst ergebnisoffen zu arbeiten, ohne den Coachee/Ratsuchenden bei der Ergebnisfindung zu beeinflussen, d. h. die Lösungsfindung in die Hände des Coachees zu legen. Dazu übt er sich in Zurückhaltung, verfügt über eine hohe Ambiguitäts- und Frustrationstoleranz sowie Fehlerfreundlichkeit.

34 Leave a comment on Absatz 34 1 Beherrscht die Fähigkeit zur Metareflexion und zeigt Bereitschaft, diese Fähigkeit einzusetzen
(Reflexion über den Gesamtverlauf des Coaching-Prozesses, insbesondere über die eigene Rolle und den eigenen Anteil in diesem Prozess)

35 Leave a comment on Absatz 35 1 Bringt die eigene Überzeugung mit, dass Coaching/Beratung wirksam und für die jeweilige Person weiterführend ist und kann diesen Standpunkt überzeugend vertreten


36 Leave a comment on Absatz 36 0 Literatur:

37 Leave a comment on Absatz 37 0 Beaufays, S. (2003): Wie werden Wissenschaftler gemacht? Beobachtungen zur wechselseitigen Konstruktion von Geschlecht und Wissenschaft. Bielefeld: Transcript.

38 Leave a comment on Absatz 38 0 Behrends-Krahnen, E. (2011): Burnout – eine Herausforderung im Coaching, in: Organisationsberatung, Supervision, Coaching, 18(3), S. 333–341.

39 Leave a comment on Absatz 39 0 Buer, F. (2016): Welche Ansprüche dürfen Hochschulangehörige an gutes Coaching stellen? Einblicke in die Diskurse um Professionalität und Qualität von Beratung, in: Hebecker, E./Szczyrba, B./Wildt, B. (Hrsg.): Beratung im Feld der Hochschule. Formate – Konzepte – Strategien – Standards, Wiesbaden: Springer Verlag, S. 43-54.

40 Leave a comment on Absatz 40 0 Klinkhammer, M. (2011): Life-Coaching von Wissenschaftler/-innen in der Praxis, in: Schmidt-Lellek, C./Buer, F. (Hrsg.): Life-Coaching in der Praxis. Wie Coaches umfassend beraten, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 251-270.

41 Leave a comment on Absatz 41 0 Kollmar, N. (2011): Coaching bei Burnout-Gefährdung: Nicht noch mehr Stress!, in: Organisationsberatung, Supervision, Coaching, 18(3), S. 253–266.

42 Leave a comment on Absatz 42 0 Reinhardt, C./Kerbst, R./Dorando, M. (Hrsg.) (2006): Coaching und Beratung an Hochschulen. Bielefeld: UniverstitätsVerlagWebler.

43 Leave a comment on Absatz 43 0 Wildt, J. (2006): Formate und Verfahren in der Hochschuldidaktik, in: Wildt, J./Szczyrba, B./Wildt, B. (Hrsg.): Consulting, Coaching, Supervision – Eine Einführung in Formate und Verfahren hochschuldidaktischer Beratung, Bielefeld: Bertelsmann, S. 12-39.

44 Leave a comment on Absatz 44 0 Wildt, B. (2011): Beratung: Fachbezogene und Fächer-übergreifende hochschuldidaktische Strategie, in: Jahnke, I./Wildt, J. (Hrsg.): Fachbezogene und fachübergreifende Hochschuldidaktik, Bielefeld: Bertelsmann Verlag, S. 201-214.

45 Leave a comment on Absatz 45 0 Wildt, B./Wildt, J. (2016): Entwicklungen von Beratung im Feld der Hochschuldidaktik. Perspektiven einer Professionalisierung, in: Hebecker, E./Szczyrba, B./Wildt, B. (Hrsg.): Beratung im Feld der Hochschule. Formate – Konzepte – Strategien – Standards, Wiesbaden: Springer Verlag, S. 17-41.

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